Kraftstoffpumpenrelais reparieren

Das Kraftstoffpumpen-Relais ( bei mir 003 545 20 05; auch - 19 05 möglich) steuert nach dem Einschalten der Zündung die Kraftstoffpumpe(n) für 2 Sekunden und beim Anlassen oder laufendem Motor dauerhaft an, außerdem werden das Kaltstartventil und die Heizung der Lambdasonde gesteuert. Zusätzlich realisiert es die Funktion des Drehzahlbegrenzers . Das KPR kann also bei fehlerhafter Funktion Startprobleme, unregelmäßigen Motorlauf, Absterben des Motors und Leistungsverlust / Aussetzer während der Fahrt verursachen.

Lappalien wie verschlissene Relaiskontakte sowie "kalte" Lötstellen oder sicher selten "taube" Elektrolyt-Kondensatoren der Elektronik-Einheit sind für diese sehr nervigen Probleme verantwortlich.

Es besteht aus zwei Relais (3 Relais bei Automatikgetriebe, z.B. 003 545 20 05) und einer Elektronik-Einheit.

Das KPR kostet neu etwa 150,-€ (oder 300-600 Flaschen Bier ;-) ), so daß eine Reparatur lohnenswert erscheint.

       

Das zu Forschungszwecken erworbene KPR hat die Nummer 003 545 12 05 und entspricht in seiner Schaltung obigem Bild. Es fehlt also das 3. Relais auf der Platine und der zugehörige Pin 87k zur Steuerung des Kick-Down-Ventils Y3 am Automatikgetriebe.

Das mittlere Relais steuert die Kraftstoffpumpe(n). Beim durchziehen von Papierstreifen zwischen den Kontaktperlen wurde eine starke Verschmutzung festgestellt. Um die Kontakte begutachten zu können, habe ich den Anker ausgehebelt, was aber nicht ohne Beschädigung der Kupferkordel abging. Wie man im Bild sieht, ist der Kontakt recht stark abgebrannt. Den Ankerkontakt könnte man nun mit feinstem Naßschleifpapier ballig nachschleifen. An die andere Kontaktperle im Relaissockel kommt man nur nach Ausziehen des Ankeranschlages (die kleine Blechlasche im unteren Teil des Kreises). Nach der Be-arbeitung die Reinigung und das Einstecken des Ankeranschlages nicht vergessen.

Bei dem kleineren Relais kann der Anker nicht entfernt werden, Reinigung ist also nur mit Papierstreifen möglich.

Wem diese Frickelei zu aufwendig oder unsicher ist, kann die Relais ersetzen. Beim Auslöten leisten Entlötpumpe und -litze gute Dienste, da auf der Hartpapierplatine nicht lange herumgebruzelt werden darf (Lötaugen lösen sich ab). Da die Originalteile nur schwer beschaffbar sind, habe ich Conrad Art.-Nr. 847640- (Mitte, 20A, paßt perfekt, Öffneranschlußlasche abgekniffen) und 1 oder 2 Miniaturrelais Conrad Art.-Nr. 505102- (die äußeren, 20A, auf Draht gelötet) eingelötet werden. Das Ergebnis sieht man hier.

Bei der Kontrolle der Leiterbahnseite habe ich 3 verdächtig nach "kalt" aussehende Lötstellen entdeckt; diese müssen nachgelötet werden. "Kalte" Lötstellen erkennt man daran, daß diese entweder gleich wie ein Häufchen graue Asche aussehen oder sich radial um den Anschlußdraht im Zinn ein meist nur bei gutem Licht und mit Hilfe einer Lupe erkennbarer Haarriß befindet.

Ansonsten befinden sich auf der Platine bis auf den PIC16C54 (programmierbarer Microcontroller 512BitX12 Fa. Microchip) Standardbauelemente, die einfach ersetzt werden können. Der LM2903M ist ein handelsüblicher 2-fach Komperator. Wer es ganz gründlich machen möchte, ersetzt gleich die 3 Elektrolyt-Kondensatoren durch Hochtemperaturausführungen (bessere Qualität).

Die ganze Bastelei ist für alle geeignet, welche den Lötkolben eher selten am falschen Ende anfassen und weniger als 3 Daumen haben ;-) .

 

 

 

Für die Richtigkeit der Angaben und Vorgehensweisen wird keine Gewähr geleistet. Wer nach diesem Erfahrungsbericht Reparaturen durchführt, handelt eigenverantwortlich.

 

 

© Lutz Engler

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Sollte der Autor die Entfernung wünschen, bitte Mail an mbt at thomconsulting punkt de